Donnerstag, 11. Juli 2019

Mechtild von Hakeborn's Liber specialis gratiae

Der Liber specialis gratiae steht bis auf den heutigen Tag im Schatten des Werkes Legatus divinae pietatis von Mechtilds Schülerin Gertrud von Helfta und wird doch immer wieder und trotz aller Unterschiede in der Popularität der beiden Werke fast überall mit diesem Werk verglichen.

Barbara Newman hat in ihrer Einleitung zur englischsprachigen Ausgabe des Liber specialis gratiae (MECHTHILD OF HACKEBORN AND THE NUNS OF HELFTA, The book of special grace, eingeleitet und übersetzt von Barbara NEWMAN, Paulist Press, New York – Mahwah, NJ, 2017) auf wesentliche Quellen verwiesen und damit auch noch einen ganz anderen Vergleichspunkt gesetzt. Sie sieht als vorbildgebendes Genre des ersten Buches den Liber visionum der Elisabeth von Schönau an. Als wesentliche Info für meine Betrachtung folgt daraus: Es gab initial eine Formvorlage.

Zudem hat die genannte Übersetzerin das Arrangement des Stoffes in zweierlei Hinsicht etwas verändert: Einmal hat sie alle Kapitel, die über die Genese des Buches und seine Entdeckung berichten, in einem Schlusskapitel - Kapitel acht - zusammengefasst, wobei sie auch deren ursprüngliche Platzierung im Werk angibt. Das ermöglicht einen guten Überblick. Zum anderen hat sie - wohl um die christozentrische Dimension zu betonen (? - vgl. das Vorwort von Richard Kieckhefer) - die an das erste Buch als Appendix angehängten 12 Marienkapitel schlichtweg fortgelassen.

Diese beiden Maßnahmen haben mich angeregt, die Konzeption und Genese des Buches, das über einen Zeitraum von einigen Jahren entstand und in jedem Teilbuch auf unterschiedliche Weise einen Aspekt des Lebens (und Sterbens - Buch sieben) der Mechtild von Hakeborn vermittelt, neu anzusehen.

(1) Grundlage der Gestaltung von Buch eins ist das Kirchenjahr, welches bekanntlich mit dem Advent beginnt, bei Mechtild aber mit einem Kapitel zur Annuntiatio (25.03.) dem der Advent dann ab Kapitel zwei folgt. Natürlich kann man einen Sinn für diesen Beginn finden, aber muss alles so perfekt sinngebend sein? Hier ist jedenfalls ein erster Stolperstein, der auf eine etwas spätere Redaktion der beiden Schreiberinnen inklusive der Protagonistin schließen lässt.

(2) Newmans Zusammenstellung in Kapitel acht zeigt deutlich, dass Kapitel über Sinn und Zweck des Gesamtwerkes am Ende des Buches zwei und fünf platziert sind. Da ja bekannt ist, dass das Buch allmählich entstand, könnte man daraus schließen, dass Buch zwei ein erster Schlusspunkt des Werkes sein sollte. Das bedeutet dann auch, dass es den Prolog in heutiger Form zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben hat, so nicht geben konnte. Und hier genau erhebt sich die Frage, was genau Mechtild am Krankenbett eigentlich vorgelesen wurde. Allein vom Umfang her werden es wohl nicht die ersten fünf, sondern eher ein bis zwei Bücher gewesen sein, was die beiden ersten der vielen Abschlusskapitel in Buch zwei sinnvoll macht.

(3) Buch eins und zwei handeln von Mechtilds Visionen, sind jedoch ganz unterschiedlich ausgerichtet. Buch eins folgt dem Konzept der Vorlage (der Elisabeth von Schönau) und hat damit einen liturgischen Schwerpunkt, in Buch zwei ist mehr ausserliturgisches Geschehen verarbeitet. Damit kann man Buch zwei als eine ergänzende Erweiterung von Buch eins sehen, die möglicherweise einer frühen externen Leserschaft die Frage 'Wer ist sie, die das sagt?' besser beantwortet als es das erste Buch tat.

(4) Soweit gekommen, habe ich mich gefragt, was die angehängten Begebenheiten zu Marienfesten bedeuten könnten, zumal es ausgerechnet zwölf sind. Hat bei der Gestaltung von Buch eins und dessen nachträglicher Redaktion (vielleicht durch Mechtild selbst?) die Zahlensymbolik eine Rolle gespielt? Und wenn diese Vermutung kein Trugschluss ist, dann ist es wohl ein Fehler, diese Kapitel einfach zu streichen, denn dann hat man eigentlich etwas vom Konzept der Schreiberinnen und einen Einblick in die Genese des Werkes beseitigt.

Angenommen, das Buch eins begann anfangs tatsächlich mit dem Advent, dann hatte es ursprünglich 34 statt 35 Kapitel. Daraus lässt sich durchaus ein beabsichtigtes Konzept vermuten, das im Mittelalter üblich war, denn als Jesus am Kreuz starb, war er im 34. Lebensjahr. Mechtild muss Maria sehr verehrt haben. Das ergibt sich aus dem zwölfteiligen Annex. Maria - und dieses Wissen war im Mittelalter verbreitet - war nach ProtEvJak zwölf Jahre alt als der Engel Gabriel sie besuchte.  Ein Kapitel mit dieser Begebenheit ist den 34 anderen fortan vorangestellt. So wie diese Szene an Portalen und Chorschranken, also an architektonischen Zugangswegen ihren Platz hatte, so war ihr Platz in der biblischen Buchmalerei am Anfang der Evangelien. So wird man nicht falsch liegen, zu unterstellen, dass die Möglichkeit besteht, dass Kapitel eins gleichzeitig mit dem marianischen Annex hinzugefügt wurde, also ausserhalb des ursprünglich schlüssigen Konzeptes 'Liturgisches Jahr' als Ergänzung und Einleitung steht.

Schließlich noch eine theologisch symbolträchtige Rechenoperation:  34 + 12 = 46. Nach dem einleitenden Annuntiatio - Kapitel folgen in Summe mit dem Annex 46 Kapitel in Buch eins. Der biblische Verweis zu dieser Zahl steht im Johannesevangelium (Joh 2,20) und hat den Tempel im Blick. Diese Zahl hat mit dem Bild des Tempels aber auch eine der Tradition entnommene Deutung: Nach Athanasius (De incarnatione verbi) ist Maria Tempel des WORTES. Und so sie die Engelsbegegnung mit zwölf Jahren hatte, war sie 46 Jahre alt, als Jesus starb. In dieser Blickrichtung zeigt sich also eine theologische Begründung für die auf uns überkommende Gestaltung des Buches eins, die ganz offenbar auf Mechtilds Form der Marienverehrung zurückgeht.

(5) Mit fortschreitender Berühmtheit und Entwicklung ihrer Krankheit verändert sich auch die Thematik der folgenden Bücher. Band drei vermittelt ihre an andere vermittelte Glaubenslehre, ist aber auch eine Auseinandersetzung Mechtilds mit ihrem zunehmend kranken Körper und ein Versuch, Gott in ihrem Leid zu loben. In Band vier hat Mechtild ihre Rolle neu definiert und angenommen. Sie wird mehr und mehr zur Fürsprecherin. Erste Gebetserhörungen werden berichtet. In Band fünf kommt der Tod Mechtilds näher. In ihrem Beten geht es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Die Beziehung zu den bereits Gestorbenen wird intensiver und beherrscht das Thema. Zu dieser Zeit kam der Prolog hinzu. Band sechs - nachträglich ergänzt - handelt vom Tod der Äbtissin Gertrud, aber auch davon, wie Mechtild mit diesem Tod umging. Band sieben schildert den Tod der Mechtild inklusive einiger Begebenheiten im Kontext von Tod und Begräbnis. Diese beiden Bände setzen noch einmal einen Schlusspunkt, der das gesamte Werk zu einer Vita macht.


Montag, 3. Juni 2019

Zisterzienserforschung aus Frauenperspektive


Vielleicht ist der wesentlichste Beitrag den meine Ausführungen zum Guido-Fall geliefert haben, auf einer ganz anderen Ebene zu suchen, die ich hier nochmal ins Wort bringen möchte: Ich glaube, dass es noch so manche schlummernde Quelle im Kontext der Frauenklöster gibt, die man bisher deshalb nicht gefunden oder als nicht relevant beachtet oder anders gelesen hat, weil man deren den Orden betreffende Relevanz gedanklich ausklammerte oder schon vorab herabstufte. Diesen Schatz gilt es zu heben.

Deshalb möchte ich auch den Werdegang meiner Überlegungen hier liefern, die mich zu diesem Guido führten:

Am Anfang dieser Überlegungen standen - wie immer - Fragen, die mir die klassische Zisterzienserforschung nicht beantworten konnte, die auch noch nicht völlig beantwortet sind:
Wieso verschwinden die Frauenklöster in dem Moment aus der offiziellen Überlieferung, als im Reichsgebiet unter zumindest indirekter Beteiligung des Abtes Bernhard von Clairvaux gerade die zwei ersten OCist-Frauenklöster gegründet wurden, deren Seelsorge allerdings gleich von Anfang an, und so, als sei es schon immer so gewesen, in den Händen von Nichtzisterziensern lag (bei Wechterswinkel sehr wahrscheinlich initial ein Aschaffenburger Kanoniker, da es in deren Pfarrsprengel etabliert wurde, bei Königsbruck ein eremitisch lebender Benediktiner aus Seltz)? Warum engagieren sich für die Reformstatuten des der Abtei Molesme unterstehenden Priorates von Jully insgesamt 5 Äbte, darunter neben dem zuständigen Benediktinerabt noch vier (!) Zisterzienseräbte, jedoch ohne die hierarchisch wichtigsten Äbte von Cîteaux und La Ferté, dafür aber zusätzlich der Abt von Fontenay? Warum gerade diese vier Äbte? Fühlte man sich nach der Gründung von Tart in Cîteaux und La Ferté einfach nicht (mehr) zuständig? Oder musste man aus anderen Gründen Abstand halten? Oder: Engagierten sich für Jully nur die Äbte, von denen Angehörige in Jully waren? Und warum überhaupt Zisterzienseräbte? Musste man die Angelegenheit so hoch aufhängen? Hat es das irgendwann nochmal in der Geschichte gegeben? Dann entdeckte ich die Parallele zu den vier Primarabteien hinter Cîteaux, als ich die Bernhardbriefe zu Guido und Rainald las und die Erklärung darin fand. Das zu jener Zeit parallel gelesene Buch über die Literaturgeschichte des neuen Testaments ließ mich die Quadriga-Auslegung des Ezechiel bei Irenäus von Lyon finden. Ich fragte mich zudem, ob es reiner Zufall war, dass der Guido-Nachfolger Rainald von Bar zugleich der Sohn des Gründers von Jully war oder als Signal gedacht.

Dann fand ich den Namen Guido als Abt von Trois-Fontaines in einer Urkunde für Jully, ausgestellt in Chartres am 01.Mai 1133 (M. Jobin, Histoire du Prieuré de Jully-les-Nonnains avec pièces justificatives, Paris, 1881, 212), und wunderte mich noch mehr, wieso dieser Abt sich dort engagierte, sich aber als Vertreter des Abtes von Cîteaux, als es um neue Statuten ging, so gar nicht blicken ließ. Auch der Ausstellungsort der Urkunde ließ gedankliche Verbindungen zu, die mir bisher nicht in den Sinn gekommen waren. Denn der Bischof von Chartres war eigentlich nicht der zuständige Diözesan für Jully. Das musste ja alles nichts bedeuten, war aber dennoch in meinen Augen zumindest seltsam. Ich dachte nach über das Poem des Payen Bolotin, der ja Chorherr von Chartres war. Gab es da einen Zusammenhang zwischen diesem Zisterzienser und Payen Bolotins Text, der ja doch recht vielseitig Verwerfliches skizziert? Ich las in der Vita des Petrus von Jully, die allegorisch verschlüsselt aussagt, dass es vor der Ankunft des neuen Priors Petrus, der explizit vom Konvent erbeten wurde, dort kein vorbildliches monastisches Leben gab. Dann suchte ich alle Stellen, die über diesen Guido berichteten und war entäuscht über deren Dürftigkeit...
Hatte man es in dieser Sache dort nochmal geschafft, den Ball flach zu halten und bewusst geschwiegen? Die Anspielungen der Petrusvita lassen nur erkennen, dass... nicht aber wer er oder sie waren. Vielleicht wäre die Rolle von La Ferté in jener Zeit auch in den Beziehungen zu Jully noch zu bedenken. Denn diese Abtei wäre vom Alter her ja die Vertreterin von Cîteaux in Leitungsangelegenheiten gewesen, bevor man das Konzept der Primarabteien einführte. Ein paar Namen und Bezüge finden sich in der Petrusvita... Auch sie ist eine noch weitgehend unerschlossene Quelle unter dem Aspekt der Ordensgeschichte. Es gäbe also noch viel zu tun...


Samstag, 1. Juni 2019

Engelhard von Langheim: Ordinis defensio

Bei der Beschäftigung mit der Mirakelsammlung für die Nonnen von Wechterswinkel des Engelhard von Langheim, fiel mir eine Geschichte mit folgender Überschrift auf:
 
Ordinis defensio et fratris mali exitus.1

Vor allem ist es die Einleitung zu diesem Mirakel, welche mit den Eckdaten der eigentlichen Geschichte doch die Frage aufwirft, ob es sich hier nicht um den Nachklang des Guido - Falles des Jahres 1134 handeln könnte.2 Möglicherweise aufgrund der behandelten Thematik, hat die geschilderte Motivation, die den Autor veranlasste, diese selbst erlebte Geschichte aufzuschreiben, bisher kein wissenschaftliches Interesse gefunden. Und er beabsichtigte auch klar, den Ort des Geschehens zu verschweigen.
Allerdings, wenn ein einfacher Mönch oder ein ehemaliger Oberer in irgendeinem Kloster einen Fehltritt begeht, ist doch wohl fraglich, ob man dann damals gleich den ganzen Orden verteidigen musste. Oder waren es inzwischen tatsächlich 'zahlreiche'3 Ordensmitglieder, die mit einem Leben als Trittbrettfahrer und Heuchler eine gute Sache unterwandert hatten? Immerhin benutzte Ordericus Vitalis im 8. Buch seiner auf 1136 datierten Kirchengeschichte bei der Charakterisierung derer, die im weißen Habit gingen, auch schon das im folgenden Text verwendete Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13), sogar mit dem gleichen Wort lolium für Unkraut, während in der Vulgata zizania zu lesen ist. Engelhard schildert in Stakkato–Form eine ganze Reihe von disziplinierenden Maßnahmen. Das spricht für ein stattgehabtes großes allgemeines Engagement zur Besserung der Ordensdisziplin, die wohl Reaktion auf eine gewaltige öffentliche Empörungswelle sein mag. Exkommunikation, Verbannung und externe Bestattung sind doch drastische Mittel einer Disziplinierung und Abschreckung. Die Apologie des hl. Bernhard hatte in den 1120er Jahren einen Finger in die Wunde monastischen Fehlverhaltens gelegt, war es da nicht naheliegend, mit der weniger glänzenden Realität auf sarkastische Weise zu antworten, wie es beispielsweise ein Payen Bolotin4 tat? 
  
Ein paar Überlegungen zum Text:
(1) Da wäre das Bestrafungs- und Verbannungsjahr für einen ehemaligen Oberen mit Exkommunikation.5 Der Bruder im vorliegenden Text war zum Zeitpunkt der Tat weder exkommuniziert, noch kann man den Eindruck gewinnen, er wäre nicht in seinem Kloster, noch scheint er irgendeiner Strafe unterlegen zu haben. Demnach müsste wenigstens ein Jahr seit der Absetzung vergangen sein. Wäre es jener Guido, so könnte man annehmen, dass er - aus Cîteaux vertrieben - wieder in seinem Heimatkloster Trois-Fontaines aufgenommen worden war, wo man ihn als Mitbruder wieder in die Gemeinschaft eingliederte, ohne ihn anzuklagen, ja, indem man sein Treiben offenbar noch geleugnet hatte, sodass er frei und unbehelligt seiner 'Wege' gehen konnte. Und natürlich hatte man seinerzeit, nach dem Weggang des Guido nach Cîteaux, einen neuen Abt gewählt.
(2) Der Fall ereignete sich, dem Text zufolge, auch nicht im dormitorium, sondern in einem cubiculum. Hatte ein Krankenpfleger eine separate Schlafkammer in der Nähe des Krankendormitoriums? Oder hatte jener als ehemaliger Oberer trotz Nachfolger noch das Privileg einer Einzelzelle?
(3) Die Rolle eines Krankenpflegers für jenen Guido, an den ich bei dieser Geschichte denke, passte auch deshalb ganz gut ins Bild, weil er in dieser Rolle in Cîteaux vor seiner Abtswahl äusserst dichten Kontakt zu dem alten, blinden und kranken Abt Stephan Harding gehabt hätte. Die entsprechenden Angaben seines (= Guidos) Endes ähneln ein bisschen den Aussagen des Robert von Torigny, der ebenfalls berichtet, jener habe den Verstand verloren bzw. ein gottloses Ende gehabt.6 Auch das 'Ausreißen der Bastardpflanze aus dem Paradies' entsprechend dem Exordium Magnum7 fände hier in der Art der Bestattung eine nähere Erläuterung. Das Spottlied des Payen Bolotin wäre eine gute Illustration für einen habgierigen und ausschweifenden Menschen, wie diese Geschichte ihn zeichnet.8
(4) Nach den späteren Beschlüssen des Generalkapitels - hier GK 27 [66] - waren von diesem Gremium schwer Bestrafte besonders Diebe, Verschwörer und auch Brandstifter.9 Zwar bestätigt die Ausnahme die Regel, doch ist es durchaus möglich, dass primär der für einen Mönch abstoßende luxuriöse Lebenswandel der Stein des Anstoßes war, während über andere Vorfälle, wie die Geschichte ja auch erzählt, bei der Absetzung noch der Mantel des Schweigens gehüllt werden konnte, eben weil ihn niemand dessen anklagte.
(5) Und noch etwas gibt zu denken: der Plural, den ein Angehöriger des eigenen Ordens bei der allgemeinen Aufzählung derer, die ihr monastisches Leben als Fassade vor sich hertrugen, benutzte. Das wirft tatsächlich die Frage auf, ob es eine Häufung solcher Fälle in jenen Jahren gegeben hat, Mönche aus der zweiten Generation, die schon etwas genießen konnten von jener Achtung und Wertschätzung, die die Gründergeneration mühsam erworben hatte. Doch wen anders als Äbte konnte man mit 'berühmt im Land' meinen? So gibt die Geschichte nochmal einen anderen Blick auf den Kontext der Herausbildung der Strukturen, die uns heute so bekannt sind, ja welche die Besonderheit dieses Ordens in jenem Jahrhundert werden sollten: Generalkapitel und Visitation.
(6) Schließlich noch eine Anmerkung zur Vita des Autors. Über weite Strecken ist seine Vita doch recht unbekannt, sodass sich in dieser Geschichte mit dieser Angabe ein neues Detail findet. Denn sollte es sich tatsächlich um das Ende jenes Guido handeln, so war der Autor zu einem bedeutend früheren Zeitpunkt schon Zisterzienser, als bisher angenommen.
 
Nun aber der Text, den ich nach der kritischen Edition von Hans Detlef Oppel übersetzt habe.
 
Unseres Ordens Verteidigung und der Tod des sündigen Bruders.
Ähnlich diesem10, möchte ich (etwas) hinzufügen, was die Unzucht bekämpfen möge, denn sie selbst ist der Grund für das Geschehene und für das Gerede. Ich bin ein Zeuge dieser Begebenheit, auch wenn mir wie einem weniger geeigneten Zeugen Vertrauen zu schenken ist. Mit vielen könnte ich (es) beweisen, aber in der Sprache unbeholfen, will ich den Inhalt besprechen, nicht die Person, die Tat vortragen, den Ort verschweigen, damit der Verteidigende ein Schutzmittel bereite, der Worte Zurückhaltende Schaden meide.
Jenes ins Meer ausgeworfene Netz des Evangeliums (Mt. 13,47) versammelt Fische aller Art zum Glauben, und in ihm führt auch jeder Orden seine Gefangenen (vgl. Ps 68,19; evtl. Eph 4,7) und zieht (sie) zur Bekehrung. Unter diesen ist unser Orden beim Fang nicht der Kleinste, viele reißt er an sich (vgl. Mt. 11,12). Wie Lea im Vergleich zu Rachel ist er (= der Orden) fruchtbar in der Geburt geworden (vgl. Gen 28ff), vielfältig im Tun und erweist sich als überaus zahlreich (vgl. Gen 15,5). Er ist hoch aufstrebend im Vorhaben (vgl. Mt 7,14), groß an Verdienst (Ps 19,12; Mt 25, 21; Mk 10,30; Lk 19, 17), gewalttätig im Hinblick auf das Reich Gottes (vgl. Mt 11,12) und treu im Blick auf den Lohn (vgl. Mt 25,21), aber doch ist er wegen der Aufnahme der Vielen nicht bis zur Hefe ausgeleert (Ps 75,8), wieviel er auch durch die Sache im Eifer gebeugt (ex hoc in hoc vgl. Ps 75,8) und wegen der Besorgnis der Oberen geschwächt wurde. Deshalb jenes jährlich wiederkehrende und allgemeine Kapitel und nach der Ernte der Früchte die Ernte der Vergehen (vgl. Mt. 13,30), deshalb jene scharfe Sichel (vgl. Mk 4, 29) der Exkommunikation, die die Schuld abschneidet (vgl. Joh 15,6) oder sogar gleichzeitig die Verbrecher tötet (vgl. Offb 14,19), deshalb die Visitationen der Äbte, die, was auch immer an Schlechtem verborgen sei, ans Licht bringen (vgl. 1 Kor 4,5), deshalb jene schnelle Korrektur ohne Ansehen der Personen. Wie bei allen, so verbirgt sich auch bei uns diese Schlange im Gras, der die Söhne Evas dennoch das Haupt zertreten (vgl. Gen 3,15), wo immer sie jenes zum Schaden herausstreckt. Und, ich gebe zu, selten geschieht es, dass sich unter uns Verbrechen verstecken, sie erfahren ein schnelles Ende, widrigenfalls zugleich mit dem Tod, und solch ein Tod, dass er allen bekannt gemacht und zum Zittern sei, oder aber durch Korrektur oder auch durch dauerhafte Verbannung. Ich habe Brüder gesehen, prahlerisch im Charakter, an Gaben wohlhabend, im Gebrauch der Klugheit glänzend, berühmt im Land, bei Kleinen und Großen willkommen, die, solange bis ein Gerücht ihnen Unehre machte, die Ordensdisziplin nicht einhielten und die von ihren Gemeinschaften, in denen sie Wohnrecht hatten, lange verstoßen wurden. So ist es, dass man den, der mit den Lebenden nicht auf das Leben hinarbeitete, in seiner Sünde nicht in der Nähe der übrigen Sterbenden lässt; weil man nicht abhelfen kann, kommt bei den Lebenden Schrecken auf, so dass sie sich davor hüten, indem sie jener Verdammten und Unwürdigen im Gebet gedenken. 
Ich möchte von einem so Sterbenden berichten, was ich gesehen habe:
Der Bruder war Krankenpfleger sowie auch früher bestellter Oberer über alles, in allem verschaffte er sich, eins nach dem anderen, was er begehrte, und, wie es am Ende klar wurde, (war er) einer von diesen, deren Knochen Gott zerstreut (vgl. Ps 141,7), weil sie den Menschen gefallen. Sie duldeten schweigend jenes (Bruders) unreine Taten, es war niemand da, der ihn anklagte, jedoch auch, indem sie bestritten leichtgläubig gewesen zu sein, zögerten und leugneten sie mit ihm, der sich ihres Gehorsams bedient hatte. Der treue Zeuge im Himmel (vgl. Offb. 1,5) wachte darüber, er sah es, und es missfiel ihm, und er selbst schickte sich an, zu bestrafen.
Es war Weihnachten, und jener Bruder hatte zum dritten Male am heiligen Tag nach der Nacht kommuniziert; er wiederholte noch einmal seine Wege, von denen er nicht (mehr) zurückkehren sollte. Als es Morgen geworden war (und) jener nicht erschien, wurde gesucht, wo er sei, und siehe, man fand ihn nackt, nicht bei Verstand und sterbend im Keller. Damals war ich an jenem Ort. Ich laufe mit den Laufenden, man kam zum Keller, und jene Nacktheit verhieß nichts Gutes im Bewusstsein der Einzelnen. Sie fanden auch Überreste von irgendwelchem Fleisch, freilich Speisen, die dort niemand vorgesetzt hätte, es sei denn, nachdem unheilvolle Krankheitssymptome sichtbar geworden wären. Er wurde auf den Armen der Brüder herausgetragen, sie leiden und bemitleiden sich alle seinetwegen, sie geben ihm, was einem Kranken unter den Brüdern zu erstatten ist: die heilige Salbung, die Litanei und das Psalmengebet. Er starb, wurde begraben, wie man es ihm schuldete, sie lösten ihn ganz aus, und siehe da, es gab seinetwegen viel Geschwätz. Der Abt wollte es verbergen, doch schrie die Ungeheuerlichkeit, dass jener Bruder so übel verstorben war, dass er in jener Nacht mit einer Frau geschlafen hatte, dass er in Gestalt einer Frau jenen Dämon geduldet hatte und er von dem schrecklichen Liebhaber getötet wurde. Schließlich wurde die Frau gefunden, die sich dort im Schlafraum versteckt hatte. Gefragt, wie sie gekommen sei, antwortete sie, sie sei von jenem Bruder hineingeführt worden; indem man sie ersuchte, ja anflehte, dies nicht bekannt zu machen, ließ man sie aber in Frieden gehen. Zwei Tage lang war sie dort gewesen, hatte in den Nächten mit dem Bruder geschlafen, dann, zu jenem Zeitpunkt, war sie wegen eines natürlichen Bedürfnisses fortgegangen, sie war sofort zurückgekehrt, hatte ihn ohne Verstand und Stimme aufgefunden, nichts anderes sei zu glauben, als dass ein Dämon ihn in ihrer Gestalt umgebracht hat, der sich, so sagte sie, meiner bedient hat, um zu sündigen. Es wurde befohlen, es zu verheimlichen, doch man konnte es nicht, der Vorfall wurde den Richtern angezeigt, und sie ordneten zum Schrecken der Lebenden an, seinen Körper vom Friedhof zu verbannen, damit sie sich fürchten mögen zu sündigen, wenn man sich des Körpers eines Toten nicht erbarmt.
In einem Haus unseres Ordens ist dies vorgefallen. Es mag sich wundern oder verleumdet sehen, wer will, doch möge man sich antworten, dass unter den Söhnen Gottes auch der Satan war, dass das Paradies nicht von der Schlange verschont blieb, dass auch Judas ein Mitapostel des Petrus war, dass der Hausvater mit dem Weizen das Unkraut bis zur Ernte wollte wachsen lassen (vgl. Mt. 13,30), dass das Netz des Evangeliums seine Fische am Ende nicht im Meer, sondern am Ufer gesichtet und die Guten von den Bösen in Gegenwart der Engel getrennt hat (vgl.Mt.13,48.49).
                                                                                    

1 Hans Detlef Oppel, Die exemplarischen Mirakel des Engelhart von Langheim. Untersuchungen und kommentierte Textausgabe, Dissertation, Würzburg, 1976, 177-180.
2 Siehe mein Blogbeitrag vom 07.September 2018: Wurden die Frauenklöster für die Schuld eines korrupten Abtes bestraft? URI: https://anguluscustodis.blogspot.com/2018/09/wurden-die-frauenkloster-fur-die-schuld_7.html.
3 Ordericus Vitalis, Historia Aecclesiastica, Liber VIII, 26,7, in Hildegard Brem – Alberich M. Altermatt (Hgg.) Neuerung und Erneuerung. Wichtige Quellentexte aus der Geschichte des Zisterzienserordens vom 12. bis 17. Jahrhundert, (Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur Bd. 6) Langwaden 2003, 154.
4 Jean Leclercq, Le poème de Payen Bolotin contre les faux ermites., in „Revue bénédictine“ 68 (1958) 52-86.
5 Vgl. SCC5, 3-6, in Hildegard Brem – Alberich M. Altermatt (Hgg.), Einmütig in der Liebe. Die frühesten Quellentexte von Cîteaux. Antiquissimi Textus Cistercienses lateinisch – deutsch, (Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur Bd. 1) Langwaden, ²1998, 41; außerdem die GK – Beschlüsse, hier GK 27 [66], ebd. 163f.
6 Robertus de Torinneio (1149-1186) Tractatus de immutatione ordinis monachorum, Cap. I, 2, (J. P. Migne (Hg.), Patrologia Latina 202, Sp. 1311, Paris, 1855).
7 Kassian Lauterer – Fritz Wagner – Frank Erich Zehles (Hgg.), Exordium Magnum Cisterciense oder Bericht vom Anfang des Zisterzienserordens von Conradus, Mönch in Clairvaux, später in Eberbach und Abt daselbst, (Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur Bd. 3) Langwaden, 2000, 119, I, 31.
8 Payen Bolotin, ebd. wie Anm. 4
9 Vgl. Einmütig in der Liebe, (wie Anm. 5), 163f.
10 Der Autor bezieht sich auf die vorangehende Mirakelgeschichte.

Freitag, 17. Mai 2019

Manchmal bügelt die Geschichte die Falten aus dem Gewand

Momentan habe ich leider nicht soviel Zeit, Dinge so klar auszuarbeiten, wie sich das gehörte. Doch besteht meinerseits Grund zu der Annahme, dass der deutsche Thronstreit zur Zeit des Papstschismas zwischen Anaklet und Innozenz II. und der erfolgreiche Einsatz des Zisterzienserabtes Bernhard von Clairvaux in den Angelegenheiten von Papst- und Kaisertum äußerst günstig lagen, den Skandal um den Nachfolger Stephan Hardings und das schadenfrohe Gespött der anderen recht bald vergessen zu machen. Ich habe ja schon ein paar Blogbeiträge dazu geschrieben. Eine Kombination von ergriffenen Maßnahmen, wie die Einführung des 'Quadriga-Konzeptes' der Leitungsebene, fußend auf einer Auslegung des Irenäus von Lyon zur Vision des Propheten Ezechiel, angedeutet in Bernhards Briefen an Abt Rainald (nicht der von Foigny, sondern es muss der von Bar sein), die Verschärfung des Visitationsrechts (disziplinarische Maßnahmen bis hin zum Ordensverweis) und dessen Ausdehnung auf das Mutterkloster, zudem noch eine klare Begrenzung und Einschränkung der Frauenseelsorge (Mag dies vielleicht der Startpunkt der Regularkanoniker im Propstamt dieser Klöster gewesen sein?) - all das hat hinter den Kulissen einer Öffentlichkeit, die sich mit höheren Interessen plagte, eine Reform der noch so jungen Reform ermöglicht, die ohne diese so hochrangigen historischen Ereignisse keinen Deckmantel bekommen hätte. Dass da irgendwie etwas war, lässt auch das Zweite Laterankonzil erahnen. Eigentlich: Nochmal Schwein gehabt!!! Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass - ebenso wie ja auch bei den Prämonstratensern - in jenem Jahrzehnt die Weichen für die so andere Entwicklung der Frauenklöster gestellt wurden, obwohl diese weiter zum Orden gehörten. In den Ereignissen der dreißiger Jahre jenes Jahrhunderts liegt der Schlüssel für die Trennung der Wege und die spätere gezielte Inkorporation. Und in der Rolle, die Bernhard von Clairvaux in dieser Zeit für den Orden einnahm, um das arg schlingernde Schiff wieder auf Kurs zu bekommen, liegt die interne Wertschätzung die dieser Kirchenvater erhielt, die ihm zur Erhebung seiner Gebeine zur Ehre der Altäre verhalf.

Dienstag, 1. Januar 2019

Carta Caritatis statt Inkorporationsbeschluss für Zisterzienserinnen im 12. Jahrhundert

In diesem Jahr 2019 feiert der Zisterzienserorden 900 Jahre Carta Caritatis. Es wird Tagungen, Treffen und auch Informationsveranstaltungen geben, die dieses Ereignis zu würdigen suchen. 
Auch wir werden mitfeiern.

Wenn ich so darüber nachdenke, was das bedeutet, dann kommen mir auch ungewöhnliche Gedanken: Welche Bedeutung hat die CC für die Frauenklöster gehabt? Ja - welchen Stellenwert hatte die Befolgung von Elementen der CC in der zeitgenössischen Beurteilung für die Beantwortung der Frage, ob ein Frauenkloster 'OCist' war oder nicht? Woran machte man denn die 'Ordensmitgliedschaft' fest, die in so mancher Urkunde aktenkundig wurde, wenn nicht an den 'Consuetudines', anhand derer ein Auftreten und Praktizieren zum sichtbaren Ausdruck von Zugehörigkeit wurde?

Wir feiern nicht 900 Jahre Generalkapitel, wobei es sicher auch schwierig wäre, festzulegen, wann eine erste solche Veranstaltung stattgefunden hätte, die größer war als ein gemeinsames Konventkapitel von mehr als zwei oder drei Häusern und folglich diesen Namen verdiente. Dabei wird es sicher nicht bloß um die Schwierigkeit einer exakten Terminbestimmung gehen. Wenn auch die Bedeutung der Generalkapitel in ihrer legislativen Kraft und in ihrer Flexibilität bezüglich einer zeitnahen Antwort auf aktuelle Gegebenheiten unbestritten ist, so setzt die Funktion dieses Gremiums doch eine gemeinsame Richtschnur voraus, eben jene Carta Caritatis. Was also ist wichtiger - die Satzung oder deren Aktualisierung?

Der Streit ist alt. Spätestens seit der Veröffentlichung der Generalkapitelsstatuten durch Canivez, ist es gängige Praxis, die Zugehörigkeit von Frauenklöstern zum Zisterzienserorden an irgendeinem GK - Beschluss oder zumindest an einer erwähnenden Behandlung dort festzumachen. Das mag im 13. Jahrhundert durchaus plausibel sein. Für das 12. Jahrhundert leuchtet mir das jedoch nicht ein. Problematisch erscheint mir dabei, dass aus der Nichterwähnung auf Nichtzugehörigkeit geschlossen wird, obwohl man manchmal sogar zisterziensische Betreuung nachweisen kann und der Begriff 'Zisterzienserorden' in den Urkunden fällt: so bei Ichtershausen und Wechterswinkel beispielsweise. Ist der Inkorporationsbegriff wirklich und immer noch der 'Stein der Weisen'? Ist die Befolgung einer Observanz, die man ja durchaus als 'imitatio' bezeichnen kann, nämlich als Nachahmung einer gegebenen Ordnung, etwas Unrichtiges? Wer hätte denn schon jedes kleinste Detail im Mutterkloster wirklich exakt an einem neuen Standort identisch nachahmen können? Könnte man nicht auch bei gegebener Observanz und dem Nichtvorhandensein einer Ablehnung durch den Orden auf Zugehörigkeit schließen? Ich meine soetwas wie Sensitivität und Spezifität. Eine gewisse Fehlerrate wird es immer geben. Die Genauigkeit aber liegt auch in der Fragestellung und in den für eine solche Fragestellung erarbeiteten Kriterien.

Ich finde, es wäre doch ein guter Beitrag, auf dieser Basis nach Indizien für eine Zisterzienserobservanz gemäß der CC in den Archivalien umstrittener OCist - Frauenklöster zu suchen, beispielsweise anhand der Liturgie, der Feste, der von benediktinischem Liedgut abweichenden Notationen, der so anderen Hymnen etc. und diese Hinweise dann auch ernst zu nehmen.

Freitag, 7. Dezember 2018

Frühe Frauenzisterzen im deutschsprachigen Raum und Kontext

Mein Interesse am mutmaßlich ersten deutschen Zisterzienserinnenkloster in Wechterswinkel hat mich zu intensiver Beschäftigung mit den Zisterziensern und Zisterzienserinnen im Gründungsjahrhundert geführt. Da ich die ursprüngliche Arbeit jedoch aus verschiedenen Gründen anders strukturieren musste, entstanden einzelne, in sich geschlossene Artikel, die ich in der Zeitschrift CistercienserChronik, aber auch online publiziert habe. Eine kleine Umstellung meines Namens hat zudem eine Uneinheitlichkeit geschaffen. So möchte ich diese Artikel hier einmal gemeinsam aufführen und um den in Kürze erscheinenden, der sich ebenfalls mit den frühesten deutschsprachigen Frauenzisterzen befasst, ergänzen:

Unter den Autorennamen Sandra Maria Gelbe (Nummern 1 - 3 und 5) bzw. M. Sandra Gelbe (Nummern 4 und 6) sind erschienen bzw. erscheinen:

(1) 2014 Firmitas - Paupertas - Amor Dei. Das Mönchtum im geistlichen Umfeld 
               der Gründergeneration des Novum Monasterium. CistC 121 (1/2014) 32-54.
  
(2) 2014 Forschungsstand und -desiderat zu Frauenklöstern in zisterziensischer Tradition
              Veröffentlicht · Aktualisiert


(3) 2014 Die Beobachtung der Regel und das Netzwerk der Familien. 
               Zisterziensische Gemeinschaft im Hinblick auf die Frauenklöster.  
               CistC 121 (3/2014) 333-354.


(4) 2017 Die ersten femininen Klöster zisterziensischer Observanz.
               CistC 124 (2/2017) 181-200.

 (5) 2017 Etymologische Überlegungen zum Klosterort Wechterswinkel
                05. Juli 2017,  URI: https://ordensgeschichte.hypotheses.org/11137.


in Kürze erscheinend:

(6) 2018 Königsbruck und Wechterswinkel. Zwei frühe zisterziensische Frauenklöster
               im deutschsprachigen Raum, zwei Stauferbrüder und die hohe Reichspolitik.
               CistC 125 (3/2018) 434-472.

Ich glaube, dass diese Beiträge doch in einigen Punkten neue Ideen vorlegen und andere Blickwinkel wagen und würde mich freuen, wenn das eine oder andere von der Forschung aufgegriffen und weiter verfolgt werden würde.



Sprachsalat im Kloster - alles klar?

Wenn man einem Bub in seine rote Socke einen in Silberpapier eingewickelten, gebrochenen Apfel legt, den er dann abends, nachdem er sein Klapperl beiseite gelegt hat, noch unter dem Plümo verzehren kann, dann versteht man wohl erst nach zweimaligem Lesen oder Googlen, was damit gemeint ist / sein könnte. Aber irgendwie so ist das sprachliche Miteinander von Menschen aus verschiedenen Regionen einer Nation unter einem Dach: Die rote Socke hat in Mitteldeutschland eher nichts mit dem Nikolaus zu tun, das Silberpapier würde man heute als Alufolie bezeichnen, wohinein der gepflückte Apfel gewickelt werden würde, den der betreffende Junge, nachdem er eine Mappe zur Seite gelegt hat, unter der Bettdecke verspeisen würde. Ein innerdeutsches Wörterbuch wäre manchmal ein hilfreiches Nachschlagewerk. Gut, wenn trotzdem jeder weiß, was er wie zu tun hat.