Dienstag, 4. Oktober 2016

Kunigunde von Schwaben

In gewisser Hinsicht war Kunigunde von Schwaben eine tragische Gestalt, denn sie war - ohne selbst etwas dafür zu können - der Beweggrund für den Mord an ihrem Vater, dem deutschen König Philipp von Schwaben. Dies soll aber hier nicht so sehr mein Interesse wecken. Ich möchte mich ihrem Namen zuwenden, den sie als erste in der Staufergenealogie trägt. Dabei möchte ich einen zisterziensischen Blick auf die Namensgebung werfen, der ein Ansatz zu weiterer Nachforschung sein könnte. Die zweite Tochter des Stauferkönigs trägt nämlich nicht nur den Namen einer heiligen deutschen Kaiserin, was sicher angemessene Tradition gewesen wäre, sondern auch den Namen einer im Kontext des deutschen Thronstreites nicht unwichtigen Äbtissin: Kunigunde von Grumbach, Äbtissin der Abtei Ichtershausen bei Arnstadt, in der sich die Fürsten vor der Königswahl versammelten. Dass dieser Ort eine wichtige Bedeutung in König Philipps Leben hatte, davon berichtete er Jahre später dem Papst. Meine Frage: Verbirgt sich hinter der Namensgebung dieser großen und zu jener Zeit soeben heilig gesprochenen Kaiserin Kunigunde auch und vor allem eine Hommage an die an Rang etwas kleinere , aber nicht weniger bedeutungsvolle Dame, eben  besagte Äbtissin? Hat die Taufe dieser Königstochter vielleicht dort in Ichtershausen stattgefunden? Und: Wenn es so gewesen wäre, wenn es Beziehungen aus den Jahren der Kindheit zu jenem "glücklichen" Ort gegeben hat, dann wäre es doch auch möglich, dass Ichtershausen Jahrzehnte später der Bitte einer böhmischen Königin nachgekommen sein könnte, Ordensschwestern nach St. Marienthal zu senden. Doch dafür bräuchte es nicht nur Ideen, sondern auch Belege. Hat danach schon jemand gesucht?
Mir scheint, dass die Erforschung der Verbindungen von Frauenklöstern untereinander, die anhand von Urkundenmaterial und anderen Dokumenten zu belegen wäre, erst am Anfang steht...

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